Leitsätze des BundesForum

Aktuelle News zum Thema Kinder- und Jugendreisen auf: www.JugendreiseNews.de

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Präambel

Kinder- und Jugendreisen bieten ein einzigartiges und intensives Lernfeld zum Einüben von sozialem und gesellschaftlichem Engagement und zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Als aus dem Alltag herausgelöste Situation an einem anderen Ort schaffen sie ein besonderes Erfahrungs- und Lernfeld. Sie ermöglichen verdichtete Erfahrungen und eine wirkungsvolle Verknüpfung von emotionalen und rationalen Impulsen im Sinne ganzheitlicher Lernerfahrungen in der Gruppe. Die Beteiligung an einer Gruppenreise ist für viele Kinder und Jugendliche oft der erste und einzige Kontakt mit Erfahrungs- und Lernangeboten außerhalb von Elternhaus und Schule. Kinder- und Jugendreisen sind vor diesem Hintergrund ein wichtiges außerschulisches Bildungsangebot. 

Leitsätze des BundesForum

Vielfalt

Die Vielfalt im Kinder- und Jugendreisen ist Grundlage unseres Arbeitsfeldes. Diese ergibt sich zum einen aus der Unterschiedlichkeit der Träger und zum anderen aus den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Das drückt sich in einer Vielfalt an Angeboten aus. Vielfalt bedeutet nicht Beliebigkeit.

Sie zeigt sich

o bei den Trägern in einer demokratischen Werteorientierung, die durch ein Leitbild transparent dargestellt wird.

o darin, dass ALLE Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihren Voraussetzungen und ihrer aktuellen Lebenssituation, von den Angeboten angesprochen werden.

o bei den Verantwortlichen in einer gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen bezahlten Ehrenamtlichen und Fachkräften.

Mitarbeitende im Team

Da der pädagogischen Begleitung von Kinder- und Jugendlichen auf Reisen eine Schlüsselfunktion zukommt, wird der Auswahl des Teams sowie seiner intensiven Qualifizierung ein ganz besonderer Stellenwert beigemessen. Durch die Qualifizierung werden die Fähigkeiten und Kompetenzen des Einzelnen weiterentwickelt. 

In einer guten Teamarbeit werden die Stärken jedes Einzelnen eingebracht. Dadurch kann das Team den Herausforderungen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gerecht werden und eine positive Wirkung auf die Qualität der Reise erzielen.

Das Engagement aller Beteiligten erfährt eine angemessene Wertschätzung.

Aspekte von Kinder- und Jugendreisen

Nachfolgende Aspekte sind integraler Bestandteil einer Kinder- und Jugendreise. Sie spiegeln auch das Selbstverständnis des Anbieters wieder. Alle Träger und Verantwortlichen sollen dazu eine Haltung entwickeln sowie ein Bewusstsein bzw. ein Konzept für den Umgang mit dieser. Die Einbeziehung dieser Aspekte erhöht die Chance, dass Reisen langfristig das Handeln des Einzelnen beeinflusst.

Demokratische Wertebildung

Kinder- und Jugendreisen bieten einen Raum, demokratische Werte, abgeleitet aus dem Grundgesetz, zu erlernen und zu leben. Kinder und Jugendliche werden ermutigt, sich für diese stark zu machen, sich einzumischen und couragiert die Gesellschaft zu gestalten.

Interkulturelle Erfahrungsräume

Kinder- und Jugendreisen bieten die Möglichkeit, neue kulturelle Erfahrungen zu sammeln. Die Zusammensetzung der Gruppe, das Ziel der Reise und das Selbstverständnis des Trägers haben das Potential, neue Sichtweisen, Offenheit gegenüber Unbekanntem und eigene Positionen zu entwickeln.

Bei Reisen ins europäische Ausland hat das persönliche Kennenlernen der Nachbarn als Beitrag zur Gestaltung eines gemeinsamen Europas eine besondere Bedeutung.

Kinder und Jugendliche schützen und stärken

Der Schutz der Kinder und Jugendlichen auf Reisen hat oberste Priorität. Die Anbieter berücksichtigen nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen, sondern haben auch spezifische Konzepte entwickelt, die das Wohl der Kinder und Jugendlichen gewährleisten. Darüber hinaus beinhalten die Programme und Reiseangebote vielfältige Elemente zur Stärkung der Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen. Dies bedarf starker Teams, die im Rahmen der Aus- und Fortbildung für diese pädagogische Aufgabe qualifiziert werden.

Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung

Ökologische und soziale Kriterien müssen bei der Reisegestaltung im Sinne eines nachhaltigen Reise- und Freizeitverhaltens eine Rolle spielen. Hierzu gehören z.B. Kosten für die Teilnahme, ökologischer Fußabdruck, Verpflegung, Formen der Mobilität, Rahmenbedingungen vor Ort, Umgang mit den Mitarbeitenden, Programmgestaltung.

Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Kinder- und Jugendreisen bieten eine besondere Gelegenheit für Beteiligung und Mitbestimmung. Kindern und Jugendlichen werden so neue Erfahrungsräume eröffnet. Die konsequente Ausrichtung an den Interessen der Kinder und Jugendlichen bei der Planung und Umsetzung unterstützt die aktive Beteiligung.

Programm

Ein Programm mit vielfältigen pädagogischen Angeboten zeichnet Kinder- und Jugendreisen aus. Es greift unterschiedliche Aspekte aus den Bereichen Sport, Bewegung, Kultur, Sprache, Erwerb von sozialen Kompetenzen, Selbst- und Fremdwahrnehmung, politischer Bildung auf. Freiwilligkeit ist hierbei ein Grundsatz.

Teilhabe für alle

Die Teilhabe verschiedener gesellschaftlicher und sozialer Gruppen an gemeinsamen Reiseprogrammen ist ein zentrales Anliegen. Hierbei sind verschiedene Zugänge, Motivationen und Voraussetzungen zu berücksichtigen, die vielfältige Angebote notwendig machen. 

Vielfalt/ Diversität

Kinder- und Jugendreisen bieten Raum für eine gleichberechtigte Teilnahme junger Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Der Diskriminierung von "Anderssein" durch Gruppen oder Einzelne wird auf Kinder- und Jugendreisen aktiv entgegengewirkt. Dem Team muss im Vorfeld einer Reise eine diversitätsbewusste Haltung vermittelt werden. Das Reisen in Gruppen und die damit verbundene Begegnung mit Fremden muss als Einübungsfeld für das Zusammenleben in einer inhomogenen, multikulturellen Gesellschaft genutzt werden.

Wohlbefinden, Erholung und Spaß

Kinder- und Jugendreisen bieten Freiräume und damit einen wichtigen Ausgleich zu Stress, Leistungsanforderungen und Erwartungsdruck im Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen. Selbstbestimmter Freizeitgestaltung und einer an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientierten Gestaltung der Rahmenbedingungen kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Die Leitsätze wurden 2017 von einer Arbeitsgruppe erarbeitet und auf der Mitgliederversammlung am 20.03.2018 verabschiedet. Sie werden regelmäßig über den ständigen Arbeitskreis Qualität überprüft und bei Bedarf durch Beschluss der Mitgliederversammlung angepasst.

Zusammen mit den Qualitätskriterien und den Qualitätsstandards der Qualitätsmanagement-Systeme ‚QMJ Sicher Gut!‘ und ‚ QMJ Unterkunft‘ bilden sie den Qualitäts-Dreiklang des BundesForum, für den seine Mitglieder einstehen.