Mäuse für Mobilität

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Mäuse für Mobilität

Die Bundesinitiative ‚Mäuse für Mobilität‘ ist ein Teilprojekt der TiB-Seminare, das transfer e.V. mit dem BundesForum Kinder- und Jugendreisen und mehreren relevanten Partnern (Mitglieder des Netzwerks „Kommune Goes International“, Deutscher Kinderschutzbund) als strategischen Prozess koordiniert.

Ziel der Initiative ist Teilhabe für Alle an pädagogisch begleiteten Kinder- und Jugendreisen wie auch internationalen Begegnungen. Selbst bei anderweitiger öffentlicher oder privater Teilförderung muss in aller Regel ein Eigenbeitrag geleistet werden. Einkommensschwache Haushalte können hieran scheitern. Es ist dokumentiert, dass in Deutschland zurzeit 2,5 Mio. Kinder in Einkommensarmut leben.

Als „Zwischenprodukt“ wurden 2015 diverse, bereits bestehende Möglichkeiten recherchiert und in einer Broschüre zusammengestellt.

Hier finden Sie die Broschüre zum Download.

 

Wo die Mäuse fehlen und wohin die Mäuse wandern sollen

In der Internationalen Jugendmobilität fehlen die Mäuse bei Kindern und Jugendlichen, deren Familien z.B. die Teilnahmebeiträge für pädagogisch begleitete Ferienfreizeiten oder internationale Jugendbegegnungen und Austauschprogramme nicht finanzieren können. Selbst bei anderweitiger öffentlicher oder privater Teilförderung, die in manchen Fällen bis zu 70% beträgt, können noch lange nicht alle mitfahren. Auch 30% Eigenbeitrag können manche Haushalte nicht stemmen. Die Mäuse fehlen manchmal auch zur Finanzierung der Unterkunft bei Austauschen und Rückbesuchen. Für manche Familien ist es schwierig, die Gastgeberrolle angemessen ausfüllen zu können, zum Beispiel weil kein eigenes Kinder- oder Jugendzimmer vorhanden ist oder das zusätzliche Bett für den Austauschgast fehlt.

Erfahrungsgemäß geht es u.a. um Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, aus Familien mit Migrationshintergrund oder aus alleinerziehenden Haushalten. Doch die Erfahrung hat auch gezeigt, dass Zugangsbarrieren sich individuell unterscheiden können und daher auch eine individuelle Förderung anzustreben ist. Ziel ist die Teilnahme für Alle zu ermöglichen.

Wie die Mäuse (hoffentlich) mobilisiert werden

Die Mäuse sollen – so der Plan – aus verschiedensten Quellen fließen. Dazu hat die Initiative für 2015 ein Arbeitsprogramm mit verschiedenen Elementen aufgesetzt.

Weiterentwicklung von Materialien zur Ansprache: Der (bereits aufgesetzte) Mäuseflyer kann sich schon im Erstentwurf sehen lassen, wird aber natürlich noch besser. Dazu wird u.a. geprüft, ob eine Pro-Bono Tätigkeit einer Werbeagentur möglich ist. Ab 2016 ist die Kooperation mit Studenten und Studentinnen des Bereichs Angewandte Sozialwissenschaft in Köln angestrebt, um einen runden Gesamtauftritt zu realisieren.Verbreiterung des Bündnisses und Erhöhung der Sichtbarkeit: Gleichzeitig soll die Bundesinitiative wachsen, indem weitere Mobilitätsbegeisterte Träger, Dach- und Fachverbände wie auch Kommunen zur Unterstützung und zu eigenen Beiträgen gewonnen werden. Die Initiative wird sich hierzu in 2015 in diversen Arbeitszusammenhängen präsentieren und ‚Mäuse für Mobilität’ hoffentlich zu einem allseits bekannten Stichwort machen.

Ansprache von Stiftungen: Mindestens 4 Besuche bei Stiftungen sind für das Jahr 2015 geplant. Es gilt Unterstützer zu gewinnen, die bereit sind, ihre Mäuse für Mobilität einzusetzen.Ansprache von Unternehmen: Zur Kooperation mit Unternehmen gibt es verschiedentlich bereits gute Erfahrungen, auf die sich aufbauen lässt. Die Initiative wird in diesem Bereich mit einem Fortbildungs- und Planungstag starten. Ziel ist es Unternehmen für die Bundesinitiative zu gewinnen und weitergehende strategische Partnerschaften mit Unternehmensvertretungen und Runden Tischen der Privatwirtschaft aufzubauen oder zu vertiefen.

Wie die Mäuse eingesetzt werden

Entgegen der häufig zu hörenden Annahme, arbeitet Geld leider nicht von allein. Daher wird eine weitere dringliche Aufgabe der Initiative für 2015 darin bestehen, die Abwicklungs- und Vergabemodalitäten der Mobilitätsmäuse zu gestalten. Hierzu gibt es eine noch offene Diskussion zu verschiedenen Modellen. Die Frage, ob ein zentraler Fonds geschaffen werden soll oder ob möglichst viele erfolgreiche Einzelfinanzierungen schon ausreichend sind, ist noch nicht abschließend geklärt.

Klar ist, dass in der Abwicklung der Teufel mitunter auch im Detail stecken kann. Die Fördermodalitäten müssen niedrigschwellig und unbürokratisch sein, um die Familien und Jugendlichen erreichen zu können, die eine Unterstützung tatsächlich brauchen. Dazu bedarf es lokaler Sachkenntnis und Nähe zu den Zielgruppen. Je nach Arbeitszusammenhang kann die Auswahl der Kinder und Jugendlichen zum Beispiel in Zusammenarbeit mit anerkannten vertrauenswürdigen Organisationen wie dem Deutschen Kinderschutzbund, der AWO oder den Jugendämtern erfolgen, um nur einige Optionen zu nennen. Letztendlich muss sichergestellt werden, dass Zugangsbarrieren, die in der internationalen Jugendmobilität bestehen, nicht als Zugangsbarrieren zu Fördergeldern reproduziert werden.